Interview mit Stefan Kobel: „Beachvolleyballcamp.de bietet das bestorganisierte Camp auf dem Markt“(am 13.4.09)
Der Schweizer Stefan Kobel gewann im Laufe seiner Profikarriere Bronze bei Olympischen Spielen (2004), drei Europameisterschaftsmedaillen und drei World Tour Turniere. Heute ist er Projektleiter und Stützpunktleiter des nationalen Leistungszentrums Swiss Volley in Bern.
Dort trainiert er selbst die drei Schweizer Männerteams Gabathuler/Wenger, Bellaguarda/Sutter und Prawdicz/Weingart.
Der Ex-Profi bereitet die Schweizer Nationalteams bereits zum zweiten Mal in der Türkei auf die Saison vor und bietet vor Ort auch engagierten Hobby- und Amateurspielern Theorieabende zu den Schwerpunktthemen Spieltaktik und Spielaufbau.
Was versuchst du deinen Spielern in erster Linie zu vermitteln?
In erster Linie versuchen wir sie zu Profis auszubilden. So, dass sie alles mitbekommen vom Physischen, Taktischen, Technischen und auch den emotionalen Bereich – die Motivation betreffend und sozial. Dann können sie selbstständig auf der World Tour funktionieren.
Wie sieht eine Beachvolleyball-Saison als Trainer und Leiter des Leistungszentrum für dich aus?
Ab Dezember beginnen wir mit der Vorbereitung im Sand, machen viel Athletik- und Krafttraining und fahren auf zwei größere Trainingslager. Eines ist in Brasilien und das zweite ist seit dem Vorjahr hier in der Türkei. Im Mai beginnt die Turniersaison. Ich mache ungefähr zehn Turniere als Trainer voll mit und die Spieler spielen in etwa 20 Turniere pro Jahr. Also die Hälfte sind sie immer noch alleine oder mit Hilfsstaff, dem Co-Trainer, unterwegs. Mein großer Anteil ist wirklich die Ausbildung und das Training zu Hause am Stützpunkt in Bern.
Wie sieht ein Turniertag von Stefan Kobel als Trainer aus?
Beim Turnier bin ich Coach und Motivator. Ich will vor Ort die Störfaktoren ausräumen. Zusätzlich mache ich Gegnerbeobachtungen und führe mit den Spielern Videobesprechung durch. Ich analysiere also die Teams und stelle dann den Gameplan zusammen. Während der Matches sitze ich auf der Tribüne und habe keinen Einfluss mehr. Spielen müssen sie selber. In der Nachbearbeitung bin ich wirklich nur Coach und kein Ausbilder. Ich werde vor Ort nie technische Fehler korrigieren, denn dann geht es ums Gewinnen. Ich gebe nur taktische Inputs. Den Rest wissen sie selber - wie sie einlaufen müssen, wie sie sich emotional hoch- und runterfahren und auf das Spiel einstellen.
Hier in der Türkei ist eines eurer beiden großen Trainingslager – Wie lange besucht ihr das Beachvolleyballcamp?
Wir sind jetzt zwei Wochen hier. Wir versuchen in etwa fünf Wochen des Wintertrainings im Ausland zu sein und fahren dort hin, wo es warm ist und wo wir wirklich die Bedingungen vorfinden, wie wir sie sonst nur im Sommer haben. Der Rest findet in Beachhallen statt.
Was zeichnet das Camp von Beachvolleyballcamp.de in der Türkei aus?
Ich habe als Spieler im Frühling ganz Europa abgeklappert und nach solch guten Bedingungen gesucht. Ich habe praktisch auf allen Mittelmeerinseln, in Italien und vielen anderen südlichen Ländern trainiert. Wir brauchen einen Spot, wo es nicht zu viel Wind gibt, wo das Wetter mehr oder weniger stabil ist und wo es nicht von zwei Wochen Trainingslager eine Woche so stark windet oder so kalt ist, dass man nicht trainieren kann. Letztes Jahr hatten wir solche Bedingungen hier und Mehmet (Anm., Mehmet Dengiz ist Veranstalter des Beachvolleyballcamps) hat mir gesagt, dass das hier in der Türkei grundsätzlich immer so ist um diese Jahreszeit. Nicht zu viel Wind, relativ trocken. Neben diesen klimatischen Bedingungen gibt es hier super Netzanlagen, ein sehr gutes Hotel, schmackhaftes Essen und der Klub ist so groß, dass man sich nicht immer auf der Pelle sitzt, sondern genug Raum hat, um etwas Privatsphäre zu genießen. Das sind eigentlich die Gründe, wieso wir jetzt schon das zweite Jahr hier sind und ziemlich sicher auch nächstes Jahr wieder hier sein werden, wenn es der Turnierkalender zulässt.
Du hast hier auch viel vom Gesamtangebot des Camps mitbekommen. Wie schätzt du das Angebot für Hobby- und Amateurspieler ein?
Es ist wahrscheinlich das bestorganisierte Camp, das ich in dieser Form kenne. Es gibt mittlerweile ein paar Anbieter, die solche großen Geschichten für den Breitensport organisieren. Ich merke das hier wirklich von der Netzanlage, von der Einteilung der Spieler, der Führung der Trainings, bis hin zur Auswahl der Trainer rund um Chefcoach Roland Höfer alles sehr gut durchgeplant ist. Es funktioniert alles einfach und stressfrei. Zudem stimmt die Infrastruktur im Hotel. Ich denke, dass beachvolleyballcamp.de ein sehr gutes Produkt mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis hat.
Du hältst im Camp einmal pro Woche einen Vortrag über Spieltaktik und bist dadurch mittlerweile selbst Teil des Angebots. Hast du einen zentralen Beachvolleyballtipp, den du allen Campteilnehmern gerne mitgeben möchtest?
Es geht zwar hier um Breitensport, aber im Profisport gehört das genauso dazu. Die Leute kommen hier her, um Spaß zu haben, um miteinander zu spielen und eine gute Zeit zu verbringen. Ich denke, dieser Fokus sollte bei jedem Ballwechsel eine Rolle spielen.
Gibt es sonst noch etwas, dass du loswerden möchtest?
Nein, grundsätzlich bin ich sehr froh, dass die Zusammenarbeit zwischen Mehmet (Anm., Dengiz) und unseren Teams, unserer Organisation von Swiss Volley, so gut funktioniert und hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt.
Vielen Dank für das Gespräch.